Marktenwicklung
Stagnation auf hohem Niveau
Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten haben den Wachstumskurs der Werkstattausrüster vorerst gestoppt. Auch für 2013 sind die Wachstumschancen eher gering. Dennoch gibt es laut ASA-Präsident Klaus Burger derzeit keinen Grund zur Sorge.
Schuldenkrise, Konjunktureinbruch, Absatzrückgang - das Jahr 2012 war für die gesamte Wirtschaft von vielen Unsicherheiten geprägt. Diese Rah-menbedingungen bekamen auch die Werkstattausrüster zu spüren. Das Wachstum der letzten beiden Jahre ist vorerst gestoppt. "Wir hatten einen sehr guten Start in das Jahr 2012. Im ersten Quartal konnten wir noch von dem Auftragseingang aus 2011 profitieren. Doch schon im zweiten Quartal nahm die Nachfrage nach Werkstattausrüstungsprodukten ab", berichtet Klaus Burger, Präsident des ASA-Verbandes. Von einem Abwärtstrend sei aber noch nicht die Rede. "Die Auftragsbücher sind noch gut gefüllt. Für das nächste Jahr zeichnet sich jedoch eine Stagnation ab", so der ASA-Präsident.
Dass die aktuelle Situation keinen Grund zur Sorge gibt, ist unter anderem der Automechanika zu verdanken. Sie hat der Branche viele positive Im-pulse gegeben. "Die technischen Highlights der Werkstattausrüster sind vom Fachpublikum sehr positiv aufgenommen worden. Unsere Produkte und Dienstleistungen bieten Kfz-Werkstätten und Prüforganisationen die Möglichkeit, mit der raschen Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik Schritt halten zu können. Die Qualität der Kundengespräche war sehr hoch", fasst Burger zusammen. Er geht davon aus, dass das Messenachgeschäft den ASA-Mitgliedern bis ins zweite Quartal 2013 eine gute Auftragslage sichern wird.
Abwartende Haltung bei Investitions-Entscheidern
Doch schon heute zeichnen sich viele Faktoren ab, die ein weiteres Wachstum des Marktes 2013 erschweren werden. "Wenn zu den sowieso schwachen Märkten in Südeuropa auch noch die Autoindustrie in Europa an Fahrt verliert, werden wir uns für das nächste Jahr eine Strategie zurecht legen müssen, wie wir mit Stagnation oder sogar einem leichten Rückgang umgehen werden", sagt Burger. Mögliche Instrumente seien hier der Abbau von Zeitkonten sowie eine schnelle Konsolidierung der Kosten und Personalstrukturen auf die zu erwartenden wirtschaftlichen Entwicklungen. Ein wachstumshemmender Faktor sei auch die abwartende Haltung bei vielen Entscheidern in der Kfz-Branche. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Eintrübung der Konjunktur und die Schuldenkrise in Europa. Auch die Unsicherheiten aufgrund unklarer gesetzlicher Regelungen bezüglich neuer Prüfverfahren und der aktuellen Diskussion um die Markteinführung des Kältemittels R1234yf verhindern Investitionen. "Die Werkstattausrüster haben in den letzten Jahren hohe Summen in die Entwicklung neuer Prüf- und Servicegeräte investiert, deren Markteinführung immer noch nicht erfolgt ist", sagt Burger. Als Beispiel nennt er die neuen Messgeräte für die Abgasmessung bei modernen Dieselfahrzeugen und die Klimaservicegeräte für das Kältemittel R1234yf. "Kommt es zu weiteren Verzögerungen bei der Markteinführung der neuen Geräte, könnte das einige Werkstattausrüster empfindlich treffen", so der ASA-Präsident.
Preisdruck im Servicemarkt steigt
Die rückläufigen Zahlen bei den Neuzulassungen sieht Burger für die Reparaturbranche nicht als bedrohlich an: "Weniger Neuzulassungen bedeuten automatisch eine längere Haltedauer und einen höheren Servicebedarf." Dennoch müssen sich Kfz-Werkstätten künftig auf einen höheren Wettbewerb und Preisdruck einstellen. Um auch künftig im Servicemarkt erfolgreich sein zu können, bieten die Werkstattausrüster Kfz-Betrieben neben hochwertigen Geräten und Dienst-leistungen Konzepte an, mit denen sie den Umsatz steigern und effizienter arbeiten können. Vor allem bei der Dialogannahme und bei der Schnellvermessung sehen die Werkstattausrüster hier ein großes Potential. Aber auch das Verwalten und Beschaffen der benötigten Daten und das Vernetzen der Werkstattgeräte mit Informations- und Verwaltungssystemen bietet viele Möglichkeiten für das weitere Optimieren der Werkstattprozesse.
40 Jahre im Dienste des Servicemarktes
Der ASA-Verband hat in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum gefeiert. In seiner Geschichte hat er sich von einer reinen Interessensvertretung zu einem kompetenten Verband entwickelt, der sich national und international für mehr Qualität, Effizienz und Sicherheit im Fahrzeugservice einsetzt. Außerdem steht der ASA-Verband für einen verantwortungsvollen Umgang sowohl mit Technologie und Fortschritt als auch mit der Umwelt und den Ressourcen. Die Vertreter aller ASA-Fachbereiche arbeiten heute in nationalen und in-ternationalen Gremien an aktuellen Projekten mit. Dort engagieren sie sich zum Beispiel für mehr Arbeitssicherheit (Fachbereiche Abgasabsauganlagen und Hebetechnik), das Überarbeiten der Vorschriften für die Fahrzeugüberwachung (Fachbereiche Diagnose und Prüfstände), den reibungslosen Umgang mit neuen Kältemitteln (Fachbereich Klimaservicegeräte), das Anpassen der Reifenmontiervorschriften und Reifendruckkontrollsysteme an aktuelle Anforderungen (Fachbereich Reifendienst), die Verbreitung der Werkstattvernetzung (asanetwork) und die Weiterentwicklung der weltweiten Automechanika-Fachmessen (Fachbereiche Handel und Messen). >



